Mitglied im Gau Unterer Wald

Chronik

Aus der Vereinsgeschichte

Die „Zwanziger" Jahre.
In den „Zwanzigern", der 1. Weltkrieg war gerade vorbei, war fast nichts mehr so, wie es einmal war. Befreit von Kaiser und König versuchte man sich in der ersten Demokratie, der „Weimarer Republik". Die Deutschen waren die Hauptverlierer des 1. Weltkriegs und empfanden den „Versailler Frieden" als Diktat und tiefes Unrecht, das sie dieser neuen Republik anlasteten. Keiner sah die Weimarer Republik als seinen Staat an. Und so erlebt die Weimarer Republik in den 14 Jahren ihres Bestehens 16 Regierungen, im Schnitt alle 10 Monate eine neue. Bekannte Schlagwörter der Zwanziger sind: Inflation, Reparationszahlungen, Straßenterror, Massenarbeitslosigkeit, Börsenkrach und die Heilsversprechen der Nationalsozialisten.
Vielleicht getrieben von der Überhitzung des sozialen und politischen Klimas,  die Krise war der Normalfall  entwickelten sich Unterhaltungsindustrie und Künste explosionsartig. „Ausgerechnet Bananen" wird zum Schlager der „Zwanziger". 1926 ist in Berlin gerade der Charleston aktuell. Völlig neu ist die Beinfreiheit der Damen, zwingende Voraussetzung zum Charleston tanzen. Die Kritik der Moralisten änderte daran nichts.
Die Menschen stürzten sich nach dem Motto „Man lebt ja nur so kurze Zeit und ist so lange tot" in Amüsierlaune. Der Zeitgeist war: „Rein ins Vergnügen", „Neue Sucht nach Leben" und „Sport begeistert die Massen". Und so ist der Begriff von den "Goldenen Zwanziger Jahren" entstanden.
In dieser Aufbruchstimmung hat auch der Sport großen Zulauf erhalten. Der junge Boxer Max Schmeling füllte große Hallen, der Rennfahrer Caracciola feierte Erfolge auf der Avus, der Langstreckenläufer Nurmi lief von Erfolg zu Erfolg und Fußball wurde zum Massenphänomen. Mit der Wochenschau und dem Radio kamen diese Entwicklungen unter die Leute.
In den Zwanzigern stand mit dem Kleinkalibergewehr eine ideale Waffe für den Schießsport zur Verfügung. In dieser gesellschaftlich aufstrebenden Zeit sind viele Kleinkaliber Schützenvereine neu entstanden oder haben bereits bestehende Schützenvereine den Schießsport mit dem Kleinkaliber als neue Abteilung hinzugenommen.
Man verstand den Schießsport als echt "vaterländischen Geist" und als "Ertüchtigung des Volkes". "Der Schießsport dient doch in erster Linie der Schulung der Nerven. Die Abgabe gut gezielter Schüsse fordert neben der Ruhe des Körpers die Anspannung aller Sinne, Überlegungs- und Willenskräfte, scharfen Blick, schnellen Entschluss, klare Geistesgegenwart und straffe Selbstzucht, sie setzt völlige Beherrschung der Nerven voraus. Daneben hebt der Schießsport die Sehkraft und regt die rein körperliche Ausbildung an" Solche Formulierungen finden wir in der damaligen Zeit immer wieder.
1926 wurde der Schützenverein Meßnerschlag gegründet.
Wir wissen nicht, ob es eine förmliche Gründung unseres Schützenvereins gegeben hat. Schriftliche Unterlagen sind nicht überliefert. Aber aus dem Grenzboten, der damaligen Lokalzeitung, die in Wegscheid von der Druckerei Künzl, später Präbst, herausgegeben wurde, haben wir immer wieder Berichte über Veranstaltungen, Wahlen, Preisverleihungen unseres Schützenvereins überliefert.
In einem Zeitungsbericht vom 23. November 1926 wird bestätigt, dass vor einiger Zeit eine "Zimmerstutzengesellschaft" gegründet wurde. Dieser Bericht ist neben der mündlichen Überlieferung der Nachweis für die Gründung und den Bestand des Schützenvereins Meßnerschlag im Jahr 1926. Aus dem Bericht ergibt sich auch, dass schon zu dieser Zeit ein Kleinkaliberschießstand beim Frickenhammer bestanden hat.

Vor dem 2. Weltkrieg.
1927
Auch aus anderen Berichten ist ersichtlich, dass mit den Kleinkaliberschützen in der Nachbarschaft eine gute Verbindung bestand. Der Kleinkaliberverein in Wegscheid wurde erst 1928 gegründet und hat auch erst 1928 seinen Schießstand errichtet. Trotzdem aber waren die Wegscheider Schützen schon vorher aktiv, wie der Zeitungsberichte zeigen. Auch in Kohlstatt ist in dieser Zeit ein Schützenverein entstanden. Mit beiden Vereinen wurde gut zusammengearbeitet und man hat an den Schießveranstaltungen gegenseitig rege teil­genommen.
1928
Die Verbindung mit den Schützen aus Wegscheid wird besonders auch bei dem Bockschießen vom 29. April 1928 deutlich. Den ersten Preis, "ein schön geziertes munteres Böcklein", errang der Schütze Emil Hinterdobler aus Weg­scheid, die Ehrenscheibe der Schütze Dr. Edel, ebenfalls aus Wegscheid.
Interessant ist, dass auf der Einladung in der Zeitung Frau Auer, die Wirtin im Frickenhammer namentlich aufgeführt wurde. Ihr wurde im Bericht am 30. April dann auch ausdrücklich gedankt: "Frau Auer sorgte in bekannt vorzüglicher Weise für des Leibes Atzung und damit auch für gute Stimmung unter den wie immer gern erschienenen Gästen."
Zu Weihnachten 1928 wird von der ersten Christbaumversteigerung in Meßner­schlag berichtet. Die Feier war schlicht, aber stimmungsvoll. Schützenmeister Kainberger erinnerte an die Bedeutung des Christbaumes, man schaltete das elektrische Licht aus, zündete den Christbaum an und sang "Stille Nacht, Heilige Nacht". Schriftführer Köberl dankte allen die zum Verschönern dieses Abends beigetragen hatten und dann wurde mit viel Gelächter der Christbaum versteigert.
1929
Aus den Berichten im Grenzboten erfahren wir, dass der Schützenverein über das Jahr hinweg recht rührig war. Am Pfingstmontag wurde die Schießsaison mit dem Eröffnungsschießen begonnen, im Sommer war das Preis- oder Bockschießen und im Herbst wurde die Schießsaison mit dem Endschießen eingestellt.
Am 29. September hielt der Kleinkaliberschützenverein Wegscheid im Gasthaus Weiß eine Besprechung ab, an der auch unser Schützenmeister Josef Kainberger und der Schützenmeister Höfler von Kohlstatt, teilnahmen. Es ging um den Beitritt zum Ilzgau, wobei auch über einen größeren neuen Gau "Ostmark" diskutiert wurde. Dessen Gründung wurde aber zurückgestellt, da die Kleinkaliberschützen von Hauzenberg, Untergriesbach und Germannsdorf bereits dem Ilzgau beigetreten waren und Hauzenberg 1930 das Gauschießen und Untergriesbach das Bezirksschießen abhalten werden. Wegscheid hat dann den Beitritt zum Ilzgau beschlossen. Die Schützenmeister Kainberger und Höfler stellten den Beitritt bis zur nächsten Versammlung in ihrem Verein zurück, da die Zahlung des Gaubeitrages von jährlich 1.- RM für manches Mitglied eine Belastung sei. Der Ilzgau (VI) war in 4 Bezirke von West nach Ost gegliedert: Bezirk 1: Eging, Fürstenstein, Tittling und Ruderting, Bezirk 2: Kalteneck, Hutthurm und Büchlberg, Bezirk 3: Hauzenberg, Germannsdorf und Untergriesbach, Bezirk 4: Wegscheid, Kohlstatt und Meßnerschlag. Bei der Gau-Generalversammlung 1929/1930 hatte der Gau 350 aktive Schützen.
Am 12.und 13. Oktober 1929 bereiste der 1. Präsident des Landesverbandes der Kleinkaliberverbände S.K.H. Prinz Alfons von Bayern den Schützengau VI (1Izgau) um sich über den Stand des Kleinkaliberschießwesens eine Übersicht zu verschaffen. Er war eine halbe Stunde am Schießplatz in Wegscheid, wo auch eine Abordnung unseres Schützenvereins zugegen war.
Am 6. Dezember 1929 wurde die Generalversammlung mit Neuwahlen abgehal­ten. Der Kassenbestand war 3,50 RM. Die Schulden vom Schießstandbau waren getilgt. Bezirksvorstand Pfandl aus Wegscheid sprach über den Anschluss an den Ilzgau, Schützenmeister Kainberger stellte den Anschluss aber vorläufig noch zurück. Bei den Neuwahlen wurden die Amtsträger wiedergewählt: Josef Kainberger als 1. Schützenmeister, Georg Tauscher als 2. Schützenmeister, Hans Lermer als Schriftführer und Kajetan Auer als Kassier.
Dem Brauereibesitzer Brüh­müller wurde für das Freibier gedankt und die Unterhaltung dauerte bis in die späten Abendstunden.

1930
war für unseren Schützen­verein wiederum ein Jahr mit vielen Aktivitäten.
Am 6. Januar hatte der neu gegründete KK-Schützenverein Kohlstatt seine erste Christbaumfeier im Gasthaus Sonnleitner. Der Schützenmeister Höfler begrüßte den Schützenmeister und die Schützen aus Meßnerschlag, die daran teilnahmen.
Auf 10 Ständen fand in Hauzenberg am 8. Juni das Gauschießen statt, woran sich unsere Schützen betei­ligten. Unter den Preisschützen finden sich Reischl und Killersreiter aus Meß­nerschlag.
1930 wurde auch in Breitenberg ein KK-Schützenverein gegründet. Beim Eröffnungsschießen am 31. August nahmen unsere Schützen teil. Köberl, Killersreiter und Resch, sowie der Jungschütze Haslbeck sind unter den Siegern aufgeführt.
Trotz der schlechten Wirtschaftslage in dieser Zeit wurde am 27. und 28. September ein großes Endschießen mit gutem Besuch bei schönem Wetter abgehalten. Wiederum sind auch viele auswärtige Schützen unter den Preisträgern. Es müssen also die Beziehungen zu den Nachbarvereinen gut gewesen sein.
1931
Von der Gauversammlung am 25. Januar wird berichtet, dass das Jahr 1930 erfolgreich war. Der Gau hatte 405 Mitglieder in 15 Sportgruppen. Der Gaubeitrag wurde von 1.-RM auf 0,50 RM ermäßigt.
Trotz der Ungunst der Zeit wird an einem Gauschießen und Bezirksschießen, der Gau war in 4 Bezirke unterteilt, festgehalten. Die Einlage wurde aber von 3.- RM auf 2.- RM reduziert.
Vorstand Josef Reischl leitete mit herzlicher Begrüßung der Gäste die Preisverteilung beim Endschießen am 17. und 18. Oktober 1931 ein. Mit dem Endschießen wurde ein klei­nes Preisschießen verbun­den. Die Beteiligung wurde trotz der misslichen wirt­schaftlichen Verhältnisse noch als gut bezeichnet. Insbesondere aus Wegscheid waren wieder viele Schützenbrüder gekommen.
Am 29. November 1931 wur­de die Generalversammlung mit Neuwahlen abgehalten, die von Vorstand Reischl geleitet wurde. Bezirksleiter Pfandl aus Wegscheid war dabei anwesend. Der Kassenbestand war bei ca. 100 RM.
Die Neuwahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Schützenmeister Killersreiter Georg, 2. Schützenmeister Resch Franz, Schriftführer Zollassessor Voit, Kassier Auer Franz.

1932
Am 27. Februar 1932 erhielten der 1. Schützenmeister Georg Killersreiter und Max Köberl dass Prinz Alfons Erinner­ungszeichen, der frühere Vorstand Josef Reischl die Förderernadel.
Am 1. Mai 1932 war das Eröffnungsschießen, wo auch wieder Schützen aus Wegscheid, Kohlstatt und Breitenberg gekommen waren. Dazu wurde das nebenstehende Gedicht verfasst und im Grenzboten am 4. Mai 1932 abgedruckt.
Bezirksleiter Pfandl aus Wegscheid hat dabei ein Schafböcklein gewonnen, Killersreiter hat es ihm nach Hause gebracht und Pfandl hat es im Kleinviehstall eingesperrt. Aber zwei "Freunde", Fritz und Fredi, haben es ihm ausgelassen. Das Böcklein ist im Wald ver­schwunden und man hats nicht mehr gefunden.
Am 9. und 10. Juli 1932 richtete unser Schützenverein das Bezirksschießen des Bezirks 4 des Ilzgaues aus. Zum Bezirk 4 gehörten Wegscheid, Meßnerschlag, Kohlstatt und Breitenberg. Aber auch Untergriesbach und Hauzenberg haben an dem Bezirksschießen teilgenommen. Der Gabentempel war reich mit Geldpreisen und Ehrengaben geschmückt. Dies war für den Verein sicher nicht leicht, war doch diese Zeit voller Not und Armut.
Am 3. August 1932 ist Anna Auer, die Wirtin vom Frickenhammer verstorben. Sie war Witwe, schon 1925 war ihr Mann Franz Auer verstorben. Von Anfang an war der Frickenhammer das Ver­einslokal und die Heimstatt des Schützenvereins. Sie war eine fromme Frau und allseits beliebt und hoch geschätzt.

1935 und später
1935 war das Schützenwesen zwar noch aktiv, wie der Zeitungsbericht vom 13. Juni über das Eröffnungsschießen zeigt. Ähnliche Berichte kennen wir auch von den umliegenden Vereinen.
Seit zwei Jahren sind inzwi­schen die Nazis an der Macht. Vieles wurde schon geändert. Mit der Machtübernahme durch Hitler brachte das Jahr 1933 die Gleichschaltung der Schützengesellschaften im Sinne der Richtlinien der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Die bisher gültige Bayerische Schützenordnung von 1868 wurde durch neue Satzungen ersetzt, die in der Hauptsache die Übernahme des Führerprinzips zum Inhalt hatten. Von nun an hieß der 1. Schützenmeister "Vereinsführer", nur er wurde von der Schützenversammlung gewählt, die übrigen Vorstandsmitglieder sollte er selbst bestimmen. 1934 wurde der Deutsche Sportschützenbund aufgelöst und "verschmolz" in den Reichsverband Deutscher Kleinkaliber-Schützenverbände im neu gegründeten Deutschen Schützenverband, der dem sogenannten Deutschen Reichsbund für Leibesübungen angeschlossen war. Nun standen viele Übungsschießen unter dem Motto "Üb Aug und Hand fürs Vaterland".
Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges erlahmte in den Schützenvereinen der Schießbetrieb. Genaue Überlieferungen, wann unser Schützenverein den Schießbetrieb eingestellt hat, haben wir nicht.
Aber wir können sagen, dass unser Schützenverein zehn erfolgreiche Schützenjahre hinter sich hatte, wo unsere Schützen mit Freude ihrem Schießsport nachgehen konnten.

Der Wiederanfang nach dem 2. Weltkrieg.
Die Siegermächte verboten die Schützenvereine.
In seinen Statuten sagten die Gründer des Deutschen Schützenbundes ganz klar, was sie eigentlich wollten: "Hebung der Wehrfähigkeit des deutschen Volkes". Dieser Gedanke musste den Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch unerträglich erschienen sein, den sie verboten alle Schützenvereine. Nach einer Proklamation des Kontrollrates vom 20. September 1945 und dem Kontrollratsgesetz vom 30. November 1945 wurden alle Vereine, Verbände und Gruppen, welche das Ziel hatten, die deutschen militärischen Traditionen aufrecht zu erhalten, verboten und aufgelöst. Nach und nach lockerte die Besatzungsmacht ihre Verbote. Die kleinkalibrigen Kugel- und Zimmerstutzen galten nicht mehr als Kriegswaffen, denn sie konnten weder in der Ladeweise noch in der Herstellungsart oder ihrer Wirkungsweise mit einer Militärwaffe verglichen werden.
Der erste Schritt der Besatzungsbehörden war, dass man die Ausübung des Schießsports mit Luftgewehren erlaubte, die allerdings einen glatten Lauf haben mussten. Über diese Entscheidung war man nun in Schützenkreisen tief deprimiert. Mit einem Luftgewehr konnte man sich damals ein Schießen nicht vorstellen. Niemand hielt es für möglich, dass das Luftgewehr einmal wettkampftauglich werde. Die Sportwaffenhersteller nahmen die Herausforderung an und entwickelten das Luftgewehr zum Sportgerät Nr. 1 der Schützenvereine und es hat bis heute diese Stellung nicht nur halten sonder weiter ausbauen können. Das Luftgewehr war ausschlaggebend dafür, dass sich der Schießsport in Bayern wieder zu einem echten Volkssport entwickelte.

Die Wiedergründung nach dem Krieg 1955
Schon vor der offiziellen Gründung wurde im Frickenhammer der Schützensport wieder ausgeübt. Grenzpolizist Otto Prinz hatte ein Luftgewehr, mit dem in der Gaststube geschossen wurde. So ist das Interesse an einem organisierten Schützensport wieder entstanden.
Am Sonntag, den 6. Februar 1955 haben sich im Frickenhammer interessierte Schützen versammelt. Schützenmeister Obermeier und Kassier Reiter von Wegscheid gaben Erläuterungen und hoben die nachbarlichen und geselligen Beziehungen von früher hervor.
26 Schützenfreunde schlossen sich zusammen und der Schützenverein Meßnerschlag war wieder gegründet. Zum 1. Schützenmeister wurde Willi Kainberger, zu seinem Stellvertreter Hans Jell, zum Kassier Franz Auer jun. und zum Schriftführer Franz Resch gewählt.
Der Verein war gleich aktiv. Mehrere Schützenscheiben wurden ausgeschossen. Rechts die 1. Schützenscheibe nach dem Krieg, gestiftet von Otto Prinz, gewonnen von Franz Auer.
Jährlich war das Königsschießen, das Stroh- und Gaudischießen und viele Schützenscheiben mit unterschiedlichen Anlässen sind ausgeschossen worden. Auch an Wettkämpfen bei Nachbarvereinen und im Gau hat man sich beteiligt.
Neben dem Schießbetrieb wurde auch das Gesellschaftliche im Verein hochgehalten. Zum Schützenzug mit Schützenball am Faschingssonntag gesellten sich der Maitanz, der Tanz zum Erntedank und zu Kathrein. Auch Gartenfeste fanden statt und oft wurde ein Maibaum aufgestellt. Bis in die siebziger Jahre wurde Jahr für Jahr am Faschingssonntag der Schützenzug von Meßnerschlag in den Frickenhammer organisiert. Den Zug bildeten die Musik, die Schützenliesel begleitet vom Schützenkönig, den Vorstandsmitgliedern, dem Kasperl, dem Wilderer, den Polizisten und der Bevölkerung. Oft waren auch die Schulkinder dabei, an die im Frickenhammer vom Schützenverein Knacker und Semmeln verteilt wurden. 1.Schützenkönig wurde Fritz Stoiber aus Lacken. Bei der Christbaumversteigerung am 30. Dezember 1956 übergab ihm Schützenliesel Maria Jell die neue Schützenkette.

Der neue Schießstand:
Nach dem Krieg wurde zunächst in der Gaststube im Frickenhammer geschossen. Wegen der zu geringen Entfernung und der Umständlichkeit ist man in den Hausgang umgezogen und hat in den Hof hinausgeschossen. Dann stand ab 1962 der Saal zur Verfügung und der Schießbetrieb wurde dahin verlagert.
In den Jahren 1983 bis 1985 hat Franz Auer den baufälligen Saal abgerissen und ein komplett neues Gebäude erstellt. Im Untergeschoss wurde der neue Schieß­stand mit 4 Bahnen auf seine Kosten eingebaut. Am 20. November 1985 wurde das neue Vereinsheim eingeweiht. Nunmehr verfügt der Schützenverein Meßnerschlag über eine zeitgemäße Unterkunft, mit einem Aufenthaltsraum, der einen ordnungsge­mäßen Sportbetrieb ermöglicht. Bei der Einweihung wurde auch ein Preisschießen abge­halten, dass Josef Resch gewonnen hat. Er erhielt den 1. Preis, einen ge­schnitzten Waidler, aus der Hand von Erna Killersreiter überreicht.
Seit 1996 befindet sich der Frickenhammer mit Tochter Annemarie und ihrem Mann Erwin in der 10. Generation der Auer.
Schon 4 Generationen lang fördern die Auers den Schützenverein auf vielfältige Weise. Immer wurde und wird, auch heute, der Schießstand kostenlos überlassen.
Eine ganz außergewöhnliche Förderung war der Neubau des Schießstandes in den Jahren 1983 bis 1985. Franz Auer hat das alte Gebäude abgerissen und im Neubau den Schießstand mit 4 Bahnen und Aufenthaltsraum auf seine Kosten gebaut. Der Schützenverein hätte sich selber einen neuen Schießstand überhaupt nicht leisten können.
Dafür schuldet der Schützenverein Meßnerschlag großen Dank. Wir sprechen allen Familien in diesen 4 Auergenerationen, für diese großartige und nun schon 80-jährige Unterstützung unseren herzlichen Dank und unsere größte Anerkennung aus.

Sportliche Leistungen
Im Durchschnitt sind bei den Rundenwettkämpfen im Gau zwischen 2 und 3 Mannschaften gemeldet. Im Moment schießen 3 Mannschaften in den Klassen A 1, A 3 und C 1. Infolge der guten Jugendarbeit konnten die letzten Jahre immer Mannschaften zu den Jugendrundenwettkämpfen gemeldet werden.
Große Erfolge konnten unsere Schützendamen erzielen. In den Jahren 1987 bis 1993 beherrschten unsere Schützinnen die Damenklasse im Gau. Sie belegten bei den Gaumeisterschaften 3-mal den ersten und 4-mal den zweiten Platz in der Mannschaftswertung. Wobei sich Sigrid Hartl 3-mal für die Niederbayerischen Meisterschaften qualifizieren konnte, und somit die beste Schützin in der Vereinsgeschichte ist. Erna Killersreiter 2-mal. Hoheneder Monika und Auer Annemarie jeweils 1-mal.
Watzinger Bernhard konnte bei den Vereinsmeisterschaften 10-mal den ersten Platz belegen und wurde 4-mal Schützenkönig.
In der Vereinsgeschichte konnten bisher 15 Ehrenwimpel für die beste Mannschaft in der jeweiligen Klasse gewon­nen werden. Wobei die größten Erfolge 1990 u. 1997 der Gewinn des Wimpels in der A-Klasse 1 und zugleich der Aufstieg in die Gauliga waren.
Viermal wurde der Gemeindepokal errungen.

Diese Chronik wurde von Franz Nodes anlässlich des 80 jährigen Gründungsfestes 2006 erstellt.